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Angesägte Standfläche - unbedingt eine Wertminderung?
as:
Hallo,
ich denke auch, dass eine gesägte Stufe "weniger wert" als eine vergleichbare ungesägte Stufe ist.
Ich kenne einige Sammler, die sich nie eine gesägte Stufe in die Sammlung stellen würden.
...und es gibt sogar Sammler, die sich eine gesägte Seite mittels professioneller Hilfe "renaturieren" lassen.
Soweit geht das bei mir allerdings nicht. Ich besitze auch einige Stufen, bei denen eine Seite (meist die Rückseite) gesägt ist.
Gruß
as
cmd.powell:
Ich schließe mich letztlich mit meiner Meinung der Mehrheit hier an: Ist Geschmackssache, allerdings würde ich auch immer eine ungesägte Stufe einer gesägten vorziehen. Das hängt dann aber auch wieder von der Position des Schnittes ab: Ist "nur" überfüssige Matrix auf der Rückseite entfernt worden, so das man den Schnitt in der Vitrine nicht zu Gesicht bekommt, oder ist die Stufe rund herum mit der Säge formatiert worden und schaut an den Kanten wie eine Fliese aus ? Letzteres kann die Stufe schon arg unästetisch machen (eben weil sich ein bisserl wie eine Fliese ausschaut). Bei vielen Stufen aus alpinen Klüften kann ein Sägeschnitt die einzige Möglichkeit der Formatierung sein und wird auf der Rückseite kaum stören - ein 5 Kilo-Brocken mit ein paar kleinen Quarzen ist da wiederum nicht der Weisheit letzer Schluss. Ich finde es aber auch nicht gut, wenn die Stufe auf dem Schnitt steht - in der Vitrine schaut es dann immer so aus, als würde sie aus dem Boden wachsen, was wiederum die Ästetik massiv stört.
Naja, und ich denke mal, das es nicht nur bei "selbstgefundenen" Stufen oft nur durch sägen möglich ist, zu einer vernünftigen Formatierung zu kommen. Nur weil jemand "gewerblich" Mineralien abbaut und die Stufen nunmal so unglücklich gewachsen sind, das man kaum ein gescheites Kristall/Matrix-Verhältniss hinbekommt, soll er nun 99% Abraum (durch den Schlag zuviel) in kauf nehmen ? Damit ist sicherlich weder dem Verkäufer noch dem Sammler gedient, da ja kaum Stufen auf den Markt kommen würden.
caliastos:
warum die stufe auf den schnitt stellen stattsie damit an einen ständer anzulehnen? mache ich z.b. mit einer uwarowit-platte. dünn besetzt auf ner matrix. mit dem ansatz sähe die schlecht aus. so steht die stufe angelehnt auf nem acrylständer und macht sich, obwohl ein wenig mehr matrix doch sinnvoll gewesen wäre. zwei andere großplatten sind genauso angelehnt, allerdings würde ich die lieber verkaufen oder evtl. eintauschen, da die stufe nicht mein geschmack ist. dies liegt aber nicht von der schnittfläche.
von daher können diese schnitte auch praktisch sein.
uwe:
Grundsätzlich gilt immer noch der Satz: Eine Stufe ist soviel wert, wie jemand dafür auszugeben bereit ist. Die abgebildete Amazonit-Stufe ist ein Vitrinenstück, bei dem der Schwerpunkt auf der Ästhetik liegt. Insofern ist der Schnitt schon gerechtfertigt. Bei einer Stufe, welche ein Bergbaudokument darstellt verbietet sich dagegen ein Schnitt.
Es ist meines Erachtens auch zu bedenken, daß viele Klüfte mit Kristallen quer zur Schieferung verlaufen. Hier ist nach meinem Geschmack eine ungeschnittene Stufe mit 5 kg Matrixgstein auf dem an einer Ecke ein erbsengroßer Kristall sitzt wesentlich unattraktiver, als eine kleinere aber geschnittene Stufe, bei der das Mineral in einem gesunden Verhältnis zur Matrixgröße steht.
Gruß
Uwe
Tobi:
Freut mich sehr zu erfahren, dass die meisten sich an sowas nicht stören würden bzw. selbst solche Stufen in ihrer Sammlung haben. Dann muss ich jetzt nur noch meinen inneren Schweinehund bezwingen, denn eigentlich finde ich die Stufe ja auch super.
@Caliastos: Habe es schon mit Anlehnen versucht, aber selbst bei einem kleinen Neigungswinkel ist nichts mehr von wegen "Schokoladenseite", weil die Stufe dann auch wieder unattraktiv aussieht ... Aber wie gesagt: Da ich ja jetzt hier von vielen die Bestätigung bekommen habe, dass eine solche Sammlerstufe durch die glatte Fläche nicht beeinträchtigt oder gar ruiniert ist, stört es mich ja immer weniger.
Außerdem sehe ich das Ganze ja als Rettungsmaßnahme für schön ausgebildeten Amazonite, denn den "Schlag zu viel" kenne und fürchte ich! Mein schlimmster Fall war ein Fluorit aus Berbes, der ebenfalls extrem viel Muttergestein hatte. Als ich mich vorsichtig ans Formatieren machte, ging das auch eine ganze Weile gut ... bis dann ein dicker Riss durch den mit perfekten Fluoriten besetzten Teil der Stufe ging :'(
Von daher - den Schnitt hinnehmen und mich freuen, dass ich einen solchen Klassiker habe 8)
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