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Urheber-Rechtsbestimmung FRAGE

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Klinoklas:
Hallo Olaf,

die Meinung teile ich nicht ganz. Ich finde es eher traurig das einige Hobbyfotografen (nicht Berufsfotografen) Bilder nur noch gegen Geld teilen. Mich würde viel mehr interessieren warum sich heute jeder mit einer Digitalkamera für einen Fotografen hält. Liegt es an der Einführung von Digitalkameras für jedermann, den Bildportalen im Internet wo sich jeder profilieren kann oder die mittlerweile zahlreichen Möglichkeiten seine Bilder bei Bildagenturen zum Verkauf anzubieten?

Ich finde es ebefalls nicht in Ordnung (sogar absolut falsch) das der Bildautor hier nicht um Erlaubnis gefragt wurde. Ich würde schon gerne wissen wollen wo mein Bild verwendet wird, würde mich aber über eine Verwendung freuen. Viele Autoren sind schlichtweg dankbar wenn sie Bilder nicht bezahlen müssen. An eine Bereicherung ist oft nicht zu denken. Nicht wenige bekommen kaum etwas für verkaufte Bücher. (Nur eine kleine Provision, der Rest bekommt der Verlag).

Zum Schluss denke ich mir nur noch wenn alle ihre Bilder nur noch kostenpflichtig anbieten würden dann gäbe es in Zukunft keine bebilderten Bücher mehr. Zumal ich den Preiskatalog für undurchsichtig und die Preise für überzogen halte.

Gruß
René

Stefan:
Wenn alle Ihre Bilder nur verkaufen würden, gäbe es keinen Mineralienatlas und keine Mineralienportraits. Insofern kann ich nur dazu ermuntern eigene Bilder auch gratis abzugeben. Berufsfotografen sollten sich einfach von der Masse durch bessere Qualität/Motive abheben. Außergewöhnliche Qualität wird immer gefragt und auch bezahlt.

Copyright-Angabe und um die Erlaubnis bitten sollte aber selbstverständlich sein. Wenn dies nicht der Fall ist, dann darf auch mal der Holzhammer zur Erinnerung an den notwendigen Anstand herhalten.

Gruß Stefan

berthold:
Hallo,

also, ich denke es kommt immer auf den Einzelfall an, als Hobbyfotograf und Buchautor kenne ich das Spiel von beiden Seiten.

--- Zitat ---Mich würde viel mehr interessieren warum sich heute jeder mit einer Digitalkamera für einen Fotografen hält.
--- Ende Zitat ---
In der Regel geht es nicht um 0815-Knipsfotos, die wird keiner für ein Buch klauen oder kaufen. Der Wert eines Bildes hängt in erster Linie nicht vom Beruf der Person ab, die auf den Auslöser gedrückt hat (Aufwand, Schöpfungshöhe...).  Ich kenne eine ganze Menge Fotografen die noch nie durchs Mikroskop fotografiert haben geschweige denn die Mehrebenentechnik beherrschen. Wer in Bildportalen Bilder tatsächlich verkauft (nicht nur anbietet) ist faktisch (Nebenerwerbs-) Fotograf.

--- Zitat ---Viele Autoren sind schlichtweg dankbar wenn sie Bilder nicht bezahlen müssen.
--- Ende Zitat ---
Richtig, aber in wissenschaftlichen Veröffentlichungen wird sowieso nicht gezahlt (Bildzitat) jedoch muss da die Quelle genannt werden. Grauzone sind Schulbücher und Vorlesungsscripte (besonders wenn sie im web veröffentlicht werden). Und wie war es mit dem Rest in der "vor_web-Zeit"? Richtig, da hat der Autor die Bilder machen lassen oder von einer Agentur gekauft - aber eben nicht von anderen geklaut. 

Wieviel ein Autor vom Verlag bekommt hängt von vielen Umständen ab, der Autor handelt normalerweise einen Autorenvertrag aus. Ich habe das mal für ein Buch durchgerechnet (wo ich alle Infos habe) und komme in die MFM-Größenordnung.

--- Zitat ---wenn alle ihre Bilder nur noch kostenpflichtig anbieten würden dann gäbe es in Zukunft keine bebilderten Bücher mehr
--- Ende Zitat ---
sorry, das ist schlicht Unfug. Viele Autoren machen ihre Bilder heute selbst.

Festzuhalten bleibt dass das Urheberrecht das Verwertungsrecht in die Hand des Fotografen gelegt hat, unabhängig davon ob er das als Beruf- oder Hobbyfotograf aufgenommen hat. Und der Preis für eine Fotolizenz z.B. für eine Veröffentlichung in einem Buch wird immer Verhandlungssache sein.

Ich halte das so:
- bei nichtkommerziellen Projekten mit denen ich mich inhaltlich identifizieren kann stelle ich das Bild auf Nachfrage in der Regel kostenlos zur Verfügung
- bei kommerziellen Projekten (z.B. Werbung)  mit denen ich mich inhaltlich identifizieren kann halte ich mich an die MFM-Gebühren
- bei Projekten die ich aus bestimmten Gründen nicht unterstützen möchte gebe ich -auch gegen viel Geld- keine Lizenz.
- bei aller erlaubten Nutzung verlange ich eine Quellenangabe
- gegen jede unerlaubte Nutzung gehe ich (mit den MFM-Gebühren) vor (und verlange ggf.  z.B. im web die Entfernung)


--- Zitat ---Zumal ich den Preiskatalog für undurchsichtig und die Preise für überzogen halte.
--- Ende Zitat ---

Undurchsichtig, bzw. unübersichtlich mag sein. Aber überzogen? Ich denke gerade an Mineralienfotos in digitaler Mehrebenentechnik, an Fotos untertage wo man zur Ausleuchtung eine Tonne Ausrüstung reinschleppen musste, an Naturaufnahmen von seltenen Tieren wo man monatelang auf Pirsch gehen musste... Und ich denke an die Kosten meiner Fotoausrüstung bzw. deren Wertverfall.

Wenn jemanden mein Foto zu teuer ist - muss er es ja nicht nehmen. Wenn er zu dumm oder zu faul zum fragen ist muss er auf jeden Fall zahlen.   

--- Zitat ---echt traurig, was hier für Meinungen kursieren
--- Ende Zitat ---
Kann ich nur zustimmen, deswegen auch mein Einspruch in roter Farbe.

Gruß
Berthold

Graul:
Stefan, es geht bei meinen Ausführungen nicht um die Bildnutzung im Falle vom Mineralienatlas oder ähnlichen Projekten sondern ich habe von echt komerzieller Nutzung gesprochen!
Es gibt genug Agenturen, die z.B. für PR-Projekte, mit denen sie richtig fett Kohle machen, Bilder für Lau erbetteln... Mich hat vor zwei Jahren beispielsweise MICROSOFT !!!! angefragt, ob sie ALLE Bilder auf meiner Website KOSTENLOS für ein Projekt nutzen dürfen, bei dem es um Bildbearbeitung ging!!! HALLO...MICROSOFT... wenn die keine Kohle haben, dann weiß ich nicht ... aber man kanns ja mal probieren ...
Und sorry, so was kotzt mich einfach an!!!!
René: Die Möglichkeit seine Bilder Bildagenturen anzubieten bestand schon immer auch für Hobbyfotografen. Der einzige Unterschied ist jetzt, das man digital wesentlich schneller und besser seine Bilder anbieten kann.
Die andere Seite der Medaille ist aber, das durch die Masse der Bilder, die durch die digitale Fotografie im Internet auftauchen, ein Bild nicht mehr als Wert angesehen wird, obwohl der immer noch da ist!!! Hinzu kommt noch die Unwissenheit vieler Hobyfotografen, was Urheberrrechte und Honorare betrifft und das wird teilweise äußerst schamlos ausgenutzt!
 

Klinoklas:
Hallo Berthold,


--- Zitat ---sorry, das ist schlicht Unfug. Viele Autoren machen ihre Bilder heute selbst.
--- Ende Zitat ---

Das bezweifel ich je nach Themengebiet aber sehr. Kaum ein Autor kann es sich leisten rund um den Globus zureisen um alle Bilder selber zumachen. Ganz zu schweigen von historischen Aufnahmen!
Ich möchte mal als sehr positives Beispiel Frank de Wit und Harjo Neutkens nennen die unzählige Bilder von iheren Sammeltouren kostenlos für den Atlas zur Verfügung stellen. Würden sie es nicht machen dann hätten wir kein bebildertes Lexikon. Zumindest keine Bilder von diesen Fundstellen. Sicher die beiden hätten etwas nach Katalog verdient wenn es denn gekauft wird.


--- Zitat ---In der Regel geht es nicht um 0815-Knipsfotos, die wird keiner für ein Buch klauen oder kaufen. Der Wert eines Bildes hängt in erster Linie nicht vom Beruf der Person ab, die auf den Auslöser gedrückt hat (Aufwand, Schöpfungshöhe...).
--- Ende Zitat ---

Von Schöpfungshöhe sprechen immer die die mit ihren Fotos Geld verdienen wollen. Anders wären die Preise wohl auch nicht gerechtfertigt. 0815 Fotos sehe ich als relativ an. Wenn es ein gutes Bild einer Halde (Schöpfungshöhe?) von irgendwo gibt dann ist es für mich schon kein 0815 Bild mehr. Durch die immer besser werdende Technik bei Digitalkameras sind heute einige in der Lage ansprechende Ergebnisse zu liefern.


--- Zitat ---Aber überzogen? Ich denke gerade an Mineralienfotos in digitaler Mehrebenentechnik, an Fotos untertage wo man zur Ausleuchtung eine Tonne Ausrüstung reinschleppen musste, an Naturaufnahmen von seltenen Tieren wo man monatelang auf Pirsch gehen musste... Und ich denke an die Kosten meiner Fotoausrüstung bzw. deren Wertverfall.
--- Ende Zitat ---

Und ich denke an die ganzen anderen Fotos die dasselbe kosten und weit von dem von dir beschriebenen entfernt sind.
Abgesehen davon machen das eher Berufsfotografen oder extrem engagierte Hobbyfotografen um die es ja hier nicht geht. Die Berufsfotografen habe ich ja oben schon ausgeklammert.

Im übrigen dein System wie du mit den Rechten deiner Bilder umgehst ist vollkommen in Ordnung. Das muss wirklich jeder Bildautor für sich selbst entscheiden. Ich fände es nur schade ja fast undenkbar wenn Bilder z.B. für das Lexikon nur noch über kostenpflichtige Lizenzen zu bekommen wären.

Gruß
René

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