Hallo,
die United States Geological Survey hat zu diesem Thema eine interresante Definition aufgestellt: "Förderfähig ist jener Teil einer identifizierten Ressource, welche die spezifischen physikalischen und chemischen Mindestkriterien für die gegenwärtigen Bergbau- und Produktionspraktiken erfüllt, einschließlich jenen für Gehalt, Qualität, Mächtigkeit und Teufe." damit wird so ziemlich alles erklärt. Die Rentabilität einer Lagerstätte ist im weitern von viel mehr Faktoren abhängig als der Konzentration des wertbringenden Erzes in Prozent. In guten Lagerstätten nimmt die Konzentration der Erze stärker ab als in schwächeren. So erhöhten sich die globalen Kupferreserven zwischen den Jahren 2000 und 2007 zwar von 49,2 auf 59,5 Milliarden Tonnen, aber die Konzentration im Erz sank durchschnittlich von 0,95 auf 0,7 Prozent. Hier seien zwei Beispiele genannt. Die Grube Chuquicamata förderte bis zum Jahr 2005 Erze mit einer Kupferkonzentration von 1,53 %. Heut plant man den Abbau mit einer Konzentration von 0,81 % und das im untertägigen Bergbau! Im Mansfelder Kupferschieferbergbau wurden in den Anfängen nur 40 cm Schiefer abgebaut. (Feine Lette- 2,57% Cu, Grobe Lette- 2,90% Cu, Kammschale- 1,79% Cu und Schiefernkopf- 0,69% Cu) Als sich die Aufbereitungstechnologien und Abbaumethoden änderten wurden zusätzlich die Schwarzen Berge- 0,23% Cu gefördert. Die Erschließung der Kupferschieferlagestätte Spremberg wurde 1980 aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt. Heut, 30 Jahre später erscheint diese Lagerstätte als abbauwürdig und momentan wird eine wirtschaftliche und technische Machbarkeitsstudie erstellt. Wenn diese positiv endet, wird in Spremberg in den kommenden Jahren ein Kupferbergwerk entstehen, welches in einer Teufe von 800 bis 1500 m die Kupferschieferförderung betreiben wird. Im übrigen wird die Rentabilitätsgrenze für flözartige Erzlagerstätten üblicherweise nicht auf der Grundlage von Prozent durchgeführt sondern mittels der Schüttung (Tonne/Quadratmeter abgebauter Flözfläche) ermittelt. Außer dem Marktpreis, der Gewinnungstechnologie, der Aufbereitungstechnologie, der Transportlogistik zur Hütte und ökologischen Aspekten spielen die Nebenmetalle eine besonders wichtige Rolle bei den Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen. So ist die KGHM in Polen Europas größter Silberproduzent und im Mansfeldischen Kupferbergbau wurde mehr Silber als "Nebenprodukt" gefördert als in in der gesamten 1000jährigen Förderperiode aller erzgebirgischen Silbergruben zusammen. So gibt es bei den Kupferhütten Zuschläge für beispielsweise Gold und Silber aber auch erhebliche Abschläge nicht nur für Uran und Arsen sondern auch für Blei und Zink! Ein weiteres Kriterium ist das "Ausbringen", d.h. wieviel Metall kann ich von dem im Erz vorhandenen Matall gewinnen. Das hägt im wesentlich von der Art des Erzes (oxydisch, sulfidisch, Schiefer mit einem hohen Kohlenstoffanteil etc.) und der Aubereitungstechnologie (Flotation, Laugung, Röstung et.) ab. Beim Kupferschiefer liegt das Ausbringen bei ca. 80 bis 85% und ist wieder abhängig von Grad der Konzentratherstellung. Je weniger Kupferprozent man im Konzentrat an die Hütte liefern kann, desto höher ist das Ausbringen. Also, wie Ihr seht, kann man eine pauschale Rentabilitätsrechnung so nicht darstellen und bei den bergbaubetreibenden Unternehmen werden Millionen von Euro/ Dollar etc. ausgegeben um eine Erkenntnis über die wirtschaftliche Machbarkeit von Kupfererzlagerstätten zu erlangen.
Glückauf !
Frank