Hi Philipp
Die "sinnvolle Vergrößerung" hängt auch von der Optik ansich ab: Erfahrungsgemäß sind billige Mikroskope mit Vergrößerungen über 50-fach schon überfordert, während ein hochwertiges Mikroskop selbst bei 100facher Vergrößerung noch gute Bildqualität liefert. Alles haben aber alle Mikroskope gemein: Je höher die Vergrößerung, desto geringer die Tiefenschärfe. Daher arbeite ich meistens im Bereich 10-25fache Vergrößerung, besonders, wenn ich Neufunde bearbeite. Erst wenn es an die hartnäckigen Bestimmungsfragen geht, kommt auch schon mal 50fach oder gar 100fach (wobei mein derzeitiges Mikroskop nur bis 50fach geht) zu Einsatz. Oberhalb 100facher Vergrößerung wird es bei Binokular-Auflichtmikroskopen erfahrungsgemäß ohnehin haarig, da hier die Bildqualität stark eingeschränkt ist (jedenfalls bei den Mikroskopen, die mir bisher unter gekommen sind) und solch hohe Vergrößerungen nichts mehr an Informationsgewinn bringen. Das ist wie bei astronomischen Teleskopen: Vergrößern kann man mit Linsen und Hilfslinsen bei jedem Mikroskop(Teleskop) beinahe beliebig, Informationsgewinn bringt jedoch nur ein kleiner Bereich. Was man bei 20facher Vergrößerung noch nicht sieht, wird man bei 100facher Vergrößerung meistens auch nicht sehen, alles ist nur größer, die Kontraste schlechter, die Bildfehler werden auffälliger (Farbsäume, Koma etc.).
Fazit: Nicht auf hohe Vergrößerung schielen, sondern lieber auf lichtstarke, gut korrigierte Optik achten und natürlich auch mal durchschauen, ob einem Einblickverhalten, Bedienung etc. gefallen. Alles wird man eh nie sehen können (auch nicht in Franks REM bei 15000facher Vergrößerung

) und man bringt jedes Gerät irgendwann an den Poller...