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Autor Thema: Strahlenalarm beim Zoll  (Gelesen 12394 mal)

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Offline anatasi

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #15 am: 21 Oct 15, 09:15 »


Inzwischen habe ich die Prozedur allerdings in soweit perfektioniert, als das ich mir die Warennummer rausgeschrieben habe und denen gleich aufs Auge drücke (wofür die immer recht dankbar sind). Dann gibt es die obligatorischen 19% Einfuhrumsatzsteuer und gut ist. Somit konnte ich den Zeitaufwand von Anfangs so um die 3-4 Stunden auf 15- 20 Minuten reduzieren (Arbeitszeit des Beamten inklusive - Wartezeit und Weg zur Kasse exklusive) ;D

Ja, so geht's, es gibt ja keinen Zoll auf eingeführte Mineralien, und die 19% sind obligatorisch. Mit der Warennummer geht es schnell!
Gruss und GA
anatasi

Offline neuron

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #16 am: 05 Nov 15, 16:01 »
aus dem Zeitungsartikel:

"Dass sich in dem Paket radioaktiv strahlende Steine befinden, kam übrigens rein zufällig heraus. Im Schreibtisch des Zollamts, auf dem das Paket aus den USA landete, befand sich ein Geigerzähler, den sich ein Zoll-Mitarbeiter vor ein paar Jahren privat angeschafft hatte. Dieser lag angeschaltet in einer Schublade und schlug aus, als das Paket eintraf."

Zufälle gibts, bei mir liegt auch täglich ein eingeschalteter Geigerzähler im Schreibtisch, gleich neben der Goldsonde und der Wünschelrute ....  ;D

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #17 am: 05 Nov 15, 17:49 »
"Ich hätte irgendwie Lust, den "Strahlenschutz-Experten der Universität, Joachim Kremerskothen" zu fragen, was er mit "deutlicher" Überschreitung des Grenzwertes meint (und in welchem Abstand er gemessen hat) ..."

Hatte ich übrigens dann tatsächlich gemacht (am 15. 10. 2015), es kam (bislang) keine Antwort.

Offline cmd.powell

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #18 am: 07 Nov 15, 03:05 »
"Dass sich in dem Paket radioaktiv strahlende Steine befinden, kam übrigens rein zufällig heraus. Im Schreibtisch des Zollamts, auf dem das Paket aus den USA landete, befand sich ein Geigerzähler, den sich ein Zoll-Mitarbeiter vor ein paar Jahren privat angeschafft hatte. Dieser lag angeschaltet in einer Schublade und schlug aus, als das Paket eintraf."

Zufälle gibts, bei mir liegt auch täglich ein eingeschalteter Geigerzähler im Schreibtisch, gleich neben der Goldsonde und der Wünschelrute ....  ;D

Der überall erhältliche "Gamma-Scout" ist permanent eingeschaltet, möglicherweise war es genau so ein Teil.

Online guefz

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #19 am: 07 Nov 15, 14:56 »
Der überall erhältliche "Gamma-Scout" ist permanent eingeschaltet, möglicherweise war es genau so ein Teil.

Ist der denn empfindlich genug, um durch eine Schreibtisch-Schublade hindurch irgendetwas sinnvolles zu messen?

Günter

Offline Alcest

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #20 am: 07 Nov 15, 18:09 »
Der überall erhältliche "Gamma-Scout" ist permanent eingeschaltet, möglicherweise war es genau so ein Teil.

Ist der denn empfindlich genug, um durch eine Schreibtisch-Schublade hindurch irgendetwas sinnvolles zu messen?

Günter

Ich hatte davon mal 2 in den Händen. Die gaben - soweit ich mich erinnere - bereits im einstelligen uSv/h-Bereich einen Alarm aus. Liegt eine gute Menge Uraninit auf dem Schreibtisch bzw. in dessen Nähe kann ich mir durchaus vorstellen, dass der Alarm startet.

Offline cmd.powell

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #21 am: 08 Nov 15, 02:46 »
Der überall erhältliche "Gamma-Scout" ist permanent eingeschaltet, möglicherweise war es genau so ein Teil.

Ist der denn empfindlich genug, um durch eine Schreibtisch-Schublade hindurch irgendetwas sinnvolles zu messen?

Günter

Ich habe einen Gamma-Scout, allerdings die Variante ohne akustischen Alarm, und der reagiert schon recht empfindlich, zumal er als klassisches Zählrohrgerät immer Gamma-Strahlung misst. Ich bin mir nicht sicher, aber ich meine, man kann die Alarm-Schwelle auch frei einstellen. Wenn man einen sehr niedrigen Wert einstellt, geht natürlich auch der Alarm schnell mal los.

Offline neuron

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #22 am: 08 Nov 15, 07:43 »
Hallo Günter, was kostet so ein Gamma-Scout ungefähr ?

Danke !

Swen

Online guefz

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #23 am: 08 Nov 15, 10:24 »
Hallo Swen,

Goggle spuckt folgenden Link zum Hersteller aus: http://www.gamma-scout.com/DE/Produkte-Preise.php

Günter

Offline cmd.powell

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #24 am: 18 Nov 15, 18:59 »
Moin

Mit etwas Glück bekommt man den bei eBay gebraucht etwas günstiger, allerdings sind seit Fukushima die Preise für Strahlenmessgeräte etwas aus den Fugen geraten...

Offline Nathan

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #25 am: 18 Nov 15, 19:50 »
Ich habe den hier:
http://www.helmut-singer.de/fix/shd.html
(SV500 Version 3)
Und bin damit sehr zufrieden. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gut.
Gruß
Philipp

Offline bur

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #26 am: 02 Jan 16, 10:36 »
Oha, ist die Geschichte also sogar bis hier durchgedrungen... :D

Das ganze ist mir passiert, mittlerweile kann ich (ein bischen) drüber lachen, in der Situation war das aber gar nicht so lustig. Ich hatte von Trinity Minerals einen Uranophan (oder Becquerelit?) aus Shinkolobwe und ein Soddyit aus Swambo bestellt. Bei beiden war die Matrix mehr oder weniger massives Uraninit bzw Uraninit + Sekundärmineralien.

Ein paar Tage nach Versand bekam ich dann morgens einen Anruf von der Kripo. Hier läge ein Paket für mich aus den USA, ob ich dazu was sagen könnte. Der Beamte war recht freundlich, wollte noch den Firmennamen des Absenders wissen und meinte "hier ist etwas Aufregung, weil das Paket wohl strahlt". Die Feuerwehr hätte aber schon Entwarnung gegeben, da die Strahlenwerte nicht allzu hoch seien. Er würde mich später anrufen, eventuell könnte das Paket normal ausgeliefert werden. Klang alles halb so wild.

Leider traf dann der Arbeitsschutz aus Düsseldorf ein...

Daraufhin bekam ich einen weiteren Anruf des Kripobeamten, dass die Stücke leider mitgenommen und wohl vernichtet worden seien. Er war darüber selber etwas entgeistert und meinte ich sollte auf jeden Fall wegen möglichen Entschädigung nachhaken.

Am nächsten Morgen las ich dann in der Zeitung dass die Sache doch etwas mehr Aufregung verursacht hatte, als ich dem Telefonat entnommen hatte. Meldung auf der Titelseite (naja, Lokalzeitung). Vormittags dann zum Glück ein weiterer Anruf des Kripobeamten, das Paket sei nicht vernichtet worden, sondern in der Uniklinik. Ich hatte mittlerweile etwas Panik wegen möglicher finanzieller oder rechtlicher Folgen (zumal eine Zollmitarbeiterin im Krankenhaus untersucht worden war). Der Kripobeamte beruhigte mich allerdings, solange es sich um natürliche Strahlung handelte, wäre alles ok, keine Straftat etc. Das würde zur Zeit untersucht werden.

Ein paar Tage später kam dann ein Brief vom Zoll, ein Paket (radioaktives Gestein) könne vorerst nicht ausgeliefert werden, da eventuell Einfuhrbeschränkungen bestehen würden. Ich würde informiert werden, sobald ein Ergebnis vorläge.

Das kam dann etwa eine Woche später von der Radiologie. Strahlung in 10 cm Abstand 10 µSv/h, Gammaspektrum ergab natürliche Zerfallsreihe von Uran, keine Überschreitung des Grenzwertes von 1 mSv/a für die Allgemeinheit. Paket könne daher bei der Uniklinik abgeholt werden.

Vorher musste ich allerdings zum Zoll, da ja Einf-USt anfällt. Mir war etwas mulmig wie der Empfang wohl verlaufen würde, aber die Mitarbeiter sahen es mittlerweile eher mit Humor. Die Chefin erzählte mir dass der Fund bis zur Landesregierung für Aufregung gesorgt hätte, da das Paket nur zufällig und erst in Münster aufgefallen war - Stichwort Terrorismus. Zollämter sollen jetzt standardmäßig mit Geigerzählern ausgerüstet werden, usw.

Weiter zur Uniklinik, dort ebenfalls Empfang von zwei freundlichen Herren, die mich nach draußen zum Lager für "Strahlendes" leiteten und mir dort zwischen Tonnen mit Warnzeichen mein kleines unschuldiges Päckchen zeigten. Auf dem Weg nach draußen schlug direkt der Alarm an... Nach dem Ratschlag die Dinger nicht unbedingt im Schlafzimmer zu lagern, durfte ich dann abfahren.

Alles lief also gut, die Mineralien sind völlig unbeschädigt, ebenso keine bleibenden Schäden bei mir oder anderen und die Mineralien haben jetzt eine interessante Geschichte. :)


Da in solchen Situationen gerne auf die Verwaltung geschimpft wird: In diesem Fall war sowohl die Kripo (ein Beamter rief mich extra abends noch an um mich zu beruhigen und mir zu versichern dass ich den Einsatz nicht bezahlen müsste - die Feuerwehr freue sich sowieso wenn sie mal üben könnte) als auch der Zoll im Nachhinein sehr gelassen und hilfsbereit. Das Zollamt hatte übrigens vom Ordnungsamt eine Anfrage nach meinem Namen/Anschrift bekommen, die sich nicht herausgegeben haben. Nur wer an die Zeitung die persönlichen Daten (wenn auch fehlerhaft) herausgegeben hat, wüsste ich gerne...

Also alles gut gegangen. Muss aber nicht, von Trinity Minerals hörte ich dass vor einigen Jahren ein $3000-Cuprosklodowskit von der französischen Polizei vernichtet worden wäre. Das tat mir schon beim Lesen weh.

Offline alfredo

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Re: Strahlenalarm beim Zoll
« Antwort #27 am: 05 Jan 16, 00:42 »
Ich dachte immer dass mein Land, die USA, das Land die hysterischen Ueberreaktionen waere, also bin ich etwas erleichtert zu wissen dass solche Bloedsinn auch in Deutschland passiert  ::)

(Obwohl ich auch dazu sagen muss, dass die Deutsche Polizei scheint viel freundliche zu sein als unsere  >:( )
« Letzte Änderung: 05 Jan 16, 00:48 von alfredo »

 

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