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Autor Thema: Allgemeine Fragen zu Mineralien aus meiner Region - vorderer Vogelsberg  (Gelesen 9977 mal)

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Offline IntronX

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Hi Sebastian!

Danke erst mal für den Willkommensgruß! An dieser Stelle auch direkt ein Lob an die Betreiber dieses Forums - ein wirklich guter Fund! ;)

Eine sehr ausführliche Beschreibung meiner Spielwiese, solche Informationen sauge ich förmlich auf! Danke dafür! Als Laie stellen sich mir jeden Tag mehr Fragen als ich Antworten finde. :D Ich habe aber das Gefühl, je tiefer ich in den Vogelsberg eindringe, desto toller die Funde - und auch die Antworten. Es ist wirklich sehr spannend! Sehr eindrucksvoll finde ich, dass dieses Gestein, Teil des Erdmantels war. Da sieht man seine gewohnte Umgebung mit ganz neuen Blicken. Habe noch einen Krater inklusive Lavasee als offenstehenden Querschnitt im Auge, grad mal zwei Dörfer weiter. Der Steinbruch Maykranz, sogar etwas bekannter. Ich bleibe am Ball!

Nachtrag: Ein trinokulares Stereomikroskop ist in Planung. :) Kann mir da jemand ein gutes bis 700€ empfehlen? Gerne auch gebraucht (als A-Ware).

Gruß
« Letzte Änderung: 02 Apr 17, 22:13 von IntronX »

Offline IntronX

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Könnten die kleinen schwarzen Punkte (Körner) besagter Picotit sein? Die Punkte befinden sich an der Rückseite des Gesteins (Matrix?), auf dem sich die Olivinkristalle von dem "Teppich" abheben.

MFG

Offline IntronX

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Ich konnte es nicht lassen, und habe noch einige Bilder gemacht.

Peridotit2,
hier sieht man gut, wie ein kleiner Gang Peridotit den Stein durchzieht. Leider ist der Stein auf der Rückseite ziemlich verwittert. Schon beim Abspülen splitterten einige kleine Ecken mit Kristallen und auch Gestein ab. Auffällig sind hier wieder die Punkte, die sich über die gesamte Rückseite verteilen. Hier und da zeigen sich schöne grüne Kristalle.

Peridotit3,
schön zu sehen, einige kleine Diopside. Dazu schwarz glänzende Kristalle. Eventuell Pyroxenit?

Olivin5,
einfach, weils schön aussieht.

Offline smoeller

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Hallo Lars,

Danke.

Die schwarzen Punkte sind Manganoxide, die sich erst bei der Verwitterung des Gesteins an der Erdoberfläche gebildet haben. Der Picotit hat einen hohen Glanz, noch höher als der Olivin oder Pyroxen und findet sich im Inneren der Knollen.

Es handelt sich bei allen gezeigten Stücke um Peridotit. Pyroxenit ist ein Gestein, in dem der Pyroxen den Olivin überwiegt. Habe bisher nur ein einziges Mal in der Eifel eine solche Knolle gefunden, bei der der Klinopyroxen und der Olivin gleich viel vertreten waren, ein sog. Wehrlit.

Glück Auf!
Sebastian

Offline IntronX

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Hey Sebastian,

Danke! Wenn ich deine Texte lese, habe ich immer das Gefühl, ich könnte dir den ganzen Tag zuhören!  ;D Sehr spannend!
Falls, Du mal in der Region bist, zeige ich dir gerne einige Spots für eine Exkursion.  ;) Habe vorhin mit dem Chef des Steinbruchs telefoniert. Aus Sicherheitsgründen lässt er leider niemanden mehr aufs Gelände. Sehr schade, aber war bisher auch erst meine zweite Anlaufstelle - von dutzenden! Ich werde weiter suchen, und mit Sicherheit noch viele interessante Funde machen.

Worauf ist denn beim Kauf eines Mikroskops zu achten? 700€ Budget.

Über Funde werde ich weiter berichten.

Glück auf!

Offline smoeller

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Hallo Lars,

Vielen Dank für die Komplimente!!
Ich werde mich melden, wenn ich mal in der Region bin. Dieses Jahr bin ich wohl eher weiter im Südosten, in Nordbayern zum Sammeln. Wenn es dich mal dorthin verschlägt, könnten wir über Touren nachdenken. Bin aber immer nur 1-2 Wochen dort, wohne in Schleswig-Holstein. Hier gibt es auch Gesteine und Mineralien, aber fast nur im Geschiebe (am Strand oder in Kiesgruben, wo das Gestein von der Eiszeit hierher verfrachtet wurde). Da gibt es auch Basalte aus Südschweden mit Peridotitknollen. Sind gar nicht so selten.

Leider ist es so, dass in den meisten Steinbrüchen das Sammeln nicht mehr genehmigt wird. Meist aus versicherungstechnischen Gründen bzw. weil die dann gleich beim kleinsten Vorfall die Berufsgenossenschaft auf der Matte stehen haben.

Zur Auswahl des Mikroskops gibt es hier schon einige endlose Diskussionen. Ich persönlich habe ein Bresser Advance, das ist trinokular. Zum Fotografieren ist es schwierig, da braucht man ein teures Profigerät (Zeiss etc.), nur da bist du schon mal 2000 Euro los. Es empfielt sich, eine Kaltlichtleuchte (Schwanenhals oder Ringleuchte) dazu zu kaufen, da die Beleuchtung nicht die beste ist. Ansonsten kann man mit dem Bresser gut arbeiten. Günstiger waren vor einigen Jahren noch die alten russischen Mikroskope (MBS-10) aber die gibts heute immer weniger zu kaufen. Auch da empfiehlt sich eine Ringleuchte, die Halogenlampe an dem Gerät ist bald nur noch Schrott und zudem werden die verdammt heiß.

Glück Auf!
Sebastian


Offline cmd.powell

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Re: Allgemeine Fragen zu Mineralien aus meiner Region
« Antwort #21 am: 05 Apr 17, 03:07 »

...klingt vielleicht etwas unspektakulär, aber ich habe für mich beschlossen, erstmal regional zu suchen, und zu gucken, was meine Umgebung so her gibt. :) ...

Find ich nicht ;) Ich war auch noch nie weiter als 5km von meiner Haustür entfernt zum sammeln ...
Manchmal gibts die tollsten Dinge direkt vor der Nase :) Hat den Vorteil das man ein Fundgebiet mit der Zeit sehr gut kennt, jede Veränderung bemerkt und auch easy und spontan dorthin kann.

Viel Erfolg weiterhin!

Es gibt die tollsten Dinge direkt vor der Nase: Meine Abraumhalde! Ich habe bisher noch keinen Fund weniger als 5km von der Haustür entfernt gemacht. Das liegt im wesentlichen daran, das ich hier auf mindestens 10m Sand und Kies hocke, und das geht bis zum Horizont ringsherum so weiter - Hannover, auf Sand gebaut! Wie weit man fahren muss, um halbweg vernünftige Funde machen zu können, hängt leider sehr stark vom Wohnort ab - - - und Norddeutschland ist da leider nicht so der Bringer. Aber man lernt dafür auch die kleinen Dinge zu schätzen...

Offline IntronX

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Gemoije!

Zu Sebastian:

Danke, für die schnelle Antwort! Nordbayern ist das neue Südosthessen :D Zum Glück nicht ganz, aber es ist lustigerweise, ein "Katzensprung". Da kann man sich bestimmt mal kurzschließen. :) Im Oktober geht's für mich 10 Tage nach Marokko - Essaouira, Tata, einige Tage ins Atlas-Gebirge und das Paradiestal ist auch eingeplant. Praktischerweise ist ende Oktober in München eine Mineralienmesse. Eventuelle Funde kann ich dann dort überblicken lassen. Bis dahin möchte und werde ich den Vogelsberg noch intensiver kennen lernen. Gehst Du auch im Spätherbst sammeln? Da wäre ein guter Zeitpunkt, gemeinsame Sammel- und Exkursionspläne zu schmieden.
Über die geschobenen Steine habe ich schon gelesen. Finde ich auch sehr interessant. Meine Freundin hat sich ein Buch über Steine an Deutschlands Küsten gekauft. Da steht auch einiges darüber drin.
Danke auch für die kurze Übersicht bezüglich der Mikroskope. Eine Endlosdiskussion hätte mir gar nicht geholfen. Lieber ein paar gängige Eckdaten, so kann ich den Markt durchforsten. Optimal!
Mich ärgert es immer noch ein wenig, dass er mich nicht an "seine" Peridote ranlässt. Aber so finde ich schneller neue Stellen. ;) Dank guter Literatur bin ich da auf sicherem Wege. Am praktischsten wäre, wenn man sich einfach nen Berg zu kaufen, leisten könnte. :D
Ich habe gelesen, Chromdiopside sind Indikatoren für Diamantvorkommen. Ist da was dran und ist es wirklich die Regel?


Zu Markus:

Ich musste auch erst nach Marokko reisen, damit meine Leidenschaft für Mineralien geweckt wurde. Trotz des Vogelsbergs vor der Haustür. So ist es eben manchmal. Hätte ich 15 Jahre früher mit Sammeln begonnen. Gäbe es wohl jetzt ein Edelsteinzentrum, hier bei Lich. :D Leider sah ich den natürlichen Reichtum, vor lauter Natur gar nicht. Bzw, ich hatte einfach andere Interessen. Den Blick auf anderen Dingen. Dafür steige ich direkt als Systemsammler ein. Auch nicht schlecht! Ich wohne im Randbezirk des Vogelsbergs, hin zur Wetterau. Da sieht es auch wieder ganz anders aus, mit Funden. Und weiter südlich kommt dann die Grube Messel, bei Mainz. Interessant für Fossilien ect. Man muss dann halt umdenken, aber zu finden gibt es überall etwas. Da bleibt es aber selbst bei mir nicht aus, 100km Fahrt in Betracht zu ziehen. Mein Spot hier ist aber wirklich ein Eldorado. In Gießen, meine Kreisstadt, trifft der Vogelsberg auf die Hessische Senke - eine geologische Anomalie. Keine 20km von mir entfernt. Angefangen habe ich online zu recherchieren. So kam ich Schritt für Schritt den Gegebenheiten auf die Spur. Wo ein Wille ist... Aber manchmal hat man wohl einfach kein Glück! Dafür hast Du es nicht so weit ans Meer. Ich muss dafür mindestens 450km fahren. So hat man einen gewissen Ausgleich. ;)


Bis demnächst, wenn ich mich mit neuen Funden wieder melde! :) Bis dahin, Glück auf - und genießt das schöne Wetter!

Offline cmd.powell

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Dafür hast Du es nicht so weit ans Meer. Ich muss dafür mindestens 450km fahren. So hat man einen gewissen Ausgleich. ;)

Naja, weit ist relativ. "Um die Ecke" ist die Nordsee von Hannover aus ja auch nicht wirklich. Mein einziger "Lichtblick" ist und war immer der Harz, ansonsten wird es echt weit zu fahren.
Als Systematiksammler steige ich übrigens mehr oder weniger gerade aus. Als ich angefangen hatte, gab es noch teils fotogene Systematikstufen im MM- bis KS-Bereich zu humanen Preisen. Inzwischen ist mir dieses Gebiet zu abgedreht. Ok, mit der Zeit werden die Ansprüche ja auch höher, aber wenn ich sehe, was vergleichbare Stücke heute kosten... ne, ne, der Zirkus ist mir zu bunt geworden. Ich bin jetzt mehr auf der Selberfindeschiene, und das nur für den Norddeutschen Raum (1 bis 1 1/2 Stunden Fahrzeit um Hannover), da bleibt wenigsten noch für längere Zeit Luft in den Regalen  :D

Offline IntronX

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Hi Markus,

da gebe ich dir recht. Selbst wenn man mal eine (kleine) ästhetische, klassische Fluoritstufe ersteigern möchte, kommt man auf 50-70€. Ich habe aber gemerkt, dass es mich viel mehr, und auf längere Sicht, mitreißt, wenn ich selber etwas finde. Die gekauften Stufen, sind eben wie sie sind - meist natürlich ästhetisch. Aber bei einer selbst gefundenen hat man immer wieder das Interesse, sich damit zu befassen und weitere Spuren zu verfolgen. Für mich viel spannender. Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass deine Regale doch gut gefüllt werden! :) Es ist ja so oder so toll, selbst wenn man mal keinen Fund macht, so war man doch meist an schönen Orten, draußen aktiv. Und früher oder später stolpert man eh über etwas interessantes, wenn man erstmal den Blick dafür hat.


MfG

Offline IntronX

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Ich frage mich, was sinnvoller wäre. Den Stein so zu lassen, oder ihn auseinander zu nehmen. In der der Hoffnung, weitere, besser ausgeprägte Peridote, und/oder Chromdiopside zu finden. Es handelt sich um den großen Peridotit-Basalt-Brocken, auf dem schon einige glasklare Peridote zu sehen sind. Von außen sind weitere Kristalle im Inneren zu erkennen. 2,1kg 15x10x7cm

Offline cmd.powell

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Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen, dass deine Regale doch gut gefüllt werden! :)

Tja, als ich das mit der Luft in den Regalen geschrieben habe, war ich etwas sarkastisch (oder sadonisch?): Meine Regale (und Vitrinen, und Schubladen und und und) sind schon voll. Genaugenommen: Brechend voll. Darum habe ich jetzt besonders in Hinblick auf das Kaufen stark auf die Bremse getreten. Ok, ich habe schon viel, aber es gibt ja immer noch mal ein neues schönes Stück. Und da ich das nicht bei den heutigen Preisen irgendwo in einer Kiste verschwinden lassen will, muss ich mir das schon verdammt gut überlegen. Wie gesagt: Regale und Vitrinen sind voll - da hilft inzwischen nur noch ein Anbau o.ä.. Bei selbstgefundenen Stücken fällt es mir nicht ganz so schwer, die in Kisten zu packen. Oft sind da ja eh nur irgendwelche Interessantigkeiten drauf, die nach dem Mikroskop schreien oder irgendwelche exotischen Kristallformen/Verwachsungen - eben Interessantes für den "Spezialisten". Die Schausammlung soll ja auch was für Gäste sein.

Was Deinen Stein betrifft: Auseinandernehmen wir Dir sicherlich kaum Besserung bringen. Die Peridotiteinschlüsse im Basalt sind immer derb mit xenomorphen Olivinkristallen. Auch die Chromdiopsite dürften kaum ihre ideale Kristallgestalt haben. Auseinanderbröseln bringt nur etwas in Hinblick auf die Größe - denk an die vollen Regale  8)

Offline IntronX

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Abend!

Bis auf zwei kleinere Stücke, zum Verschenken, habe ich den Stein jetzt so gelassen.

Ich bin einfach nur noch entzückt, wie reich die Natur hier ist. Beim Spazierengehen konnte ich meinen Blick natürlich nicht von den vielen Basaltsteinen ablassen, die hier überall in den Wiesen, Wäldern und Feldern liegen. Viele liegen einfach auf und an den Wegen und in manchen Feldwegen stecken sie in der Erde. Als ich wieder auf dem Weg zum Auto war, fiel mein Blick auf einen schillernden Stein, der im Weg steckte.
Da ich ja schon die ganze Zeit dem Peridot auf der Spur war, überraschte mich der Fund nicht wirklich. Die Stelle, wo ich ihn fand, dafür um so mehr. Einfach im Feld, am Weg - im Weg.

Hier sieht man die Vorderseite eines schönen kleinen Peridots. Die Münze zum Vergleich. Leider ist er nicht in perfektem Zustand, aber er sieht recht schick aus.
Meine erste, selbst gefundene, Kleinstufe.
« Letzte Änderung: 12 Apr 17, 13:06 von IntronX »

Offline IntronX

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Und hier noch die Rückseite. Irgendwie geschichtet. Dazu eine Sammlung kleinerer Steine, teils lupenrein.

MfG und Glück auf!

Offline IntronX

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Kann mir jemand erklären, wie man das Karat feststellt, wenn noch Gesteinsmatrix, oder Muttergestein, wie man es auch nennen mag, mit am Material sitzen? Mir fällt Verdrängung ein, um das Reingewicht zu ermitteln. Dazu müsste ich aber erstmal genau wissen, woraus das Gestein besteht. Also, nicht wirklich hilfreich in meinem Fall. Und weiß vielleicht jemand, wie auf der Rückseite, dieses Rippenmuster entstanden sein könnte? (Feldfund5&6) Interessant finde ich, dass jede "Platte" eine andere Farbstufe ausmacht.

Glück auf!
« Letzte Änderung: 11 Apr 17, 23:53 von IntronX »