Am Rande einer Großstadt aufgewachsen hat mich schon als Kind alles interessiert, was mit Natur zusammen hing. Das begann mit Mai-, Marienkäfer- und Gelsenzucht, ging weiter mit Heuaufguss und Schülermikroskop, ersten kleinen Aquarien und Terrarien, eigenen Haustieren (eine Schildkröte war noch das normalste davon) und dem Erwerb vieler Bücher zu allen möglichen Sachgebieten.
In den diversen Schulen, die ich besuchte, quälte ich die Biologielehrer mit Unmengen von Fragen. Am Gymnasium hatte ich glücklicherweise für zwei Jahre einen Professor, der mir alles bestimmte, was ich so anschleppte: Pflanzen/-teile, Tiere, auch meine - bis dahin gesammelten "schönen" Steine. Mehr in Richtung Mineralogie ging es aber nicht.
Mein Hobby wurde zum Beruf, ich studierte Biologie an der Uni Wien, jedoch Hauptfach Zoologie. Unter anderem standen auch Vorlesungen und Praktika in den Teilwissenschaften Paläontologie, Geologie, Mineralogie und Petrographie auf meinem Pflichtprogramm. Mehr als das war's aber dann auch nicht. Mir gingen damals die Professoren und Assistenten kräftig auf den Wecker. Im Verlauf meines umfangreichen Zoologieabschnittes begann ich (zu Studien- und Privatzwecken) Insekten zu sammeln ...
Nachdem mein Studium abgeschlossen, die Käfersammlung auf über 2.000 Stück angewachsen war und ich keine Tiere mehr töten und nadeln wollte, fielen mir meine "Steine" wieder ein, die in einigen Schuhkartons verstaubt ihr Dasein fristeten. Auf Ausflügen und in Urlauben wurde diese Sammlung mit Freude, jedoch zwanglos und völlig unwissenschaftlich erweitert.
Inzwischen unterrichtete ich mit +/- großer Freude Biologie an mehreren Schulen. Eines Tages fragte mich doch an einer davon der Schulwart: "Wollen Sie nicht mal meine Mineraliensammlung sehen?" Um dem guten Mann, der stets alles im Schulhaus reparierte und in Ordnung brachte, eine Freude zu machen willigte ich ein.
Die Geschichte endete damit, dass ich mit heißen Ohren und einer SUPER-Fundortliste nach Hause ging und nur mehr die warme Jahreszeit herbei sehnte, um diese Stellen aufsuchen zu können. Belegstücke fand ich immer, oft auch wirklich schöne Stufen. Es gab noch viele Gespräche mit dem Schulwart und z.T. bestimmte er auch meine Funde, da ich trotz Uni-Mineralogie kaum Ahnung von den Dingen hatte.
Der Schulwart ist längst in Pension, aber ich sammle noch immer. Nicht so intensiv und fundiert wie viele von euch, aber doch mit Freude. Tausche ab und zu, kaufe aber nicht. Mein Schwerpunkt ist Ostösterreich, Minerale und Fossilien.
Ich schau mir regelmäßig die Posts in diesem Forum an, mitreden kann ich aber kaum, kenne halt keine Fundorte in Deutschland und von vielen Mineralbezeichnungen habe ich noch nie was gehört. Schön wäre es, wenn es so ein Forum auch für Österreich gäbe.
LG an euch alle,
Herbert
(Wien/Österreich)