Hallo Leute, hallo Calciteminer,
ich denke nicht das Ralf so falsch liegt mit seiner Aussage. Auch wenn es weder dem Mainstrean entspricht, noch irgend jemanden in den Kram passt, in den USA ist es genauso wie hier, tendenziell!
Auch in den USA jammern viele Sammler über die Preise, gibt es genausviele Sammler die ihr Zeug preiswert verkaufen usw. Aber es gibt halt eine viel größere Zahl von Reichen, die ihren Reichtum unbarmherzig zur Schau stellen und sich der Meinungsführung anmaßen. Machen wir die Amerikaner nicht schlechter als sie sind, viele derer sind nette liebe Leute, die ich gerne zu meinem engsten Freundeskreis zählen würde, wären deren bester Freund nicht auch Mister Pleitegeier. Nur hat dieses Land eben ein Problem mit seiner von der Meinungsführung in die Köpfe eingehämmerten Botschaft, dem "gobal american way of live"...oder zu gut deutsch: von mir aus verreck, hauptsache mir geht es prima!
Denkt man einmal über die Problematik der Preise nach, so muss man auch mal sehr kritisch mit sich selbst umgehen. Ich nehme jetzt mal Händler ausdrücklich aus, denn sie müssen kalkulieren. Aber der normale Sammler hat irgendwann angefangen alles in Geld zu bewerten. Verloren gegangen ist dabei der lockere Umgang mit dem Geld als Wertausgleich. Gewinnoptimierung ist in die Erbmasse des Denkens eingedrungen, alles richtet sich nur noch nach monitären Fakten. "Die Stufe ist 200 Euro wert, also muss sie gut sein." Gibt man eine Stufe ab, fährt einem zuerst der "Wert" der Stufe durch den Kopf. Vorbei die Zeit, wo man eine Stufe verschenkt und sich an der Freude des Empfängers auch gefreut hat. Nein, wertvolle Sachen, im monitären Sinn, kann man doch nicht verschenken. Auch wenn sie bei einem nur rumliegen, die Sachen haben einen Wert. Das ist leider Mainstream geworden. Und je höher der "Wert", desto höher das Ansehen.
Ändern tut sich das nur bei den Leuten, die anfangen haben, über sich selbst mal nachzudenken. Was hat man nicht alles gesammelt, nur um "in" zu sein, oder um "erfolgreicher" zu sein oder um des Ansehens Willen. Spätestens wenn der Fundort erloschen ist, ist es aus mit dem Ansehen, dann tänzelt keiner mehr um einen herum. Dann liegt das Zeug da und man ist alleine!
Höre einer Gruppe Sammlern zu. Du gehst kotz.... Jeder ist erstes ein verkannter Wissenschaftler, zweitens hat er die absolute Rarität gefunden und drittens ist Seiner sowieso größer. Dafür ist Meiner seltener....das artet aus. Kein Wort darüber wie sehr man sich gefreuit hat den Kristall zu finden, oder wie schei.. hart der Klotz war wo der Kristall drin war. Kein Wort darüber, daß mehr Sand in der Hose war als sonstwas. Nein, nur daß der Block riesig war, daß man sofort wusste da ist was drin und sowieso, den schei.. Olivenit nehme ich gar nicht mehr mit.
Die Jungs blättern auch ohne mit der Wimper zu zucken 45 Euro für ein Micro mit Annabergit hin, nur weil es gestern zum ersten mal gefunden wurde. Dann ist man schließlich Einer derjenigen, die sowas HABEN. Ok, der grüne Fussel ist selten, aber wenn sie ihn haben wird ein Kreuzchen gemacht und das wars. Damit kann man prahlen, bis einer eine ganze Kiste davon findet. Auch die Maus, Häkchen dran und ran an die nächste Seltenheit. Jedem das Seine! Aber ICH HABEN kommt zuerst!
So, und wenn ich mir meine Annabergit-Handstufen aus Lavrion ansehe und vergleiche, dann müsste meine so um die 500 Euro bringen, echt geil. Erwähnte ich das mit dem kotz.. schon.
Und der Anfänger oder fortgeschrittene Einsteiger? Er ist überfordert mit dem Sendungsbewusstsein dieser "Spezialisten", und glaubt, so muss sammeln sein. Also kauft er ihnen die teuren Sachen ab, denn der Nachbar, der das Gleiche zum halben Preis anbietet heist ja nicht ...wie auch immer. Was auch immer diese Sendungsterroristen von sich geben, es wird aufgesogen. Das ist die Szene, die die Preise kaputt macht, sowohl für den Sammler als auch für die, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.
Warum? Nun, irgendwann kapiert selbst der grobgestrickte, daß nur HABEN nicht wirklich befriedigend ist, da schnell die eigenen Grenzen kommen. Und dann ist Sense. Multimillionäre sind da im Vorteil, die halten länger durch! Die nächste Generation von Sammlern steht dann aber vor einem Scherbenhaufen, ob es nun wegen HABEN ausgeräumte Fundstellen oder überteuerte Preise sind. Erklär mal einem Anfänger, daß er eigentlich sehr sehr viel kaufen muss, weil andere schon alles HABEN. Er geht! Und damit geht ein potentieller Kunde.
Ich habe für mich entschieden, mit diesen HABEN-Leuten nichts zu tun haben zu wollen...ausser es gibt was zum zancken...das mach ich gerne...da bin ich gut drin!
Und ich habe für mich entschieden, das ich HABEN will, ich will endlich einen Kaffee haben.
Viele Grüsse
Ulrich