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Autor Thema: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb  (Gelesen 9381 mal)

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Offline giantcrystal

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #15 am: 01 Feb 09, 19:02 »
Ich denke, das Rätsel ist gelöst

Ich war heute auf der Börse in Bamberg. Dort sah ich zu meinem Erstaunen große malachitgrüne Aragonitkristalle (bis 5 cm, gut
ausgebildete xx) in derbem Gips, typisches Material von Spanien. Interessanterweise war nur der Aragonit grün gefärbt und nicht der umgebende Gips.

Leider hatte ich kein Fotoapparat dabei, aber unter der Lupe war eine typische Bedeckung des Aragonites (und nur des Aragonites !) mit feinen Gipskristallen zu sehen. Mit anderen Worten : genau dasselbe Aussehen wie der oben gezeigte Calcit, nur eben Aragonit.

Ich denke, das sowohl Calcit als auch Aragonit - sind ja beides Calciumkarbonate - in eine saure Kupfersulfatlösung eingelegt werden, was dann zum Ionenaustausch Cu gegen Ca und somit zur oberflächlichen Malachitisierung der Calciunkarbonate führt, wobei sich gleichzeitig noch ein feiner Gipsrasen bildet. In jedem Fall bin ich nun zu 100 % sicher, das es tatsächlich eine künstliche Bildung ist

Also Leute, aufgepasst, ich vermute, das solches Material demnächst vermehrt auf Börsen auftauchen wird...gut aussehen tut es ja

Glück Auf

Thomas
« Letzte Änderung: 01 Feb 09, 20:40 von giantcrystal »

Offline prehnit100

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #16 am: 02 Feb 09, 09:03 »
Diese Aragonite werden auch in einem kurzen Abschnitt der MineralienWelt 1/2009 auf Seite 12 "Spanien" erwähnt

Offline uwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #17 am: 02 Feb 09, 10:54 »
Ich bin mir nicht sicher, ob Kupferionen wirklich eine höhere Affinität zu der Carbonatgruppe habe als Calzium. Ich lasse mich gern belehren, aber ich denke nicht, daß Kupfer das Calzium aus seiner Verbindung drängt. Außerdem kristallisiert in einer schwefelsauren Kupferlösung bestimmt kein Karbonat aus. Eher wird wohl Calzium gelöst und baut sich in die Kupfersulfatmoleküle ein, so daß sich Devillin bilden kann. Das geht aber wohl nicht in einer Lösung sondern nur sehr langsam in einem feuchten Milieu.

Die in der Mineralienwelt 1/2009 beschriebenen Fälschungen sind (durch Kupfer) grün gefärbte Aragonitdrillinge, welche auf weißer Gipsmatrix sitzen. Diese Beschreibung paßt auf die eingangs abgebildete Stufe nicht zu.

Uwe

Offline Krizu

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #18 am: 02 Feb 09, 11:03 »
Hallo,

mit schwefelsaueren Lösungen und einem pH<4 magst du recht haben, was die Carbonate angeht. Aber über pH 4 kannst du in Kupfersulfatlösungen sehr wohl einen Niederschlag von Carbonaten haben.

Ob jetzt Ca-Salze ausfalle noder nciht, hänge meiner Meinung nach nur vom Löslichkeitsprodukt der beiden Spezies ab.

MfG

Frank

Offline giantcrystal

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #19 am: 02 Feb 09, 12:06 »
@ prehnit 100 : Kannst Du vielleicht einen Scan des Artikels hier reinstellen ? Oder einen Link angeben ?

Glück Auf

Thomas

Offline prehnit100

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #20 am: 02 Feb 09, 13:18 »
Zitat aus Mineralie Welt Januar 2009, Seite 12 "Messe München News":
"Wahrscheinlich aus den spanischen Aragonit-Fundstellen stammen neue Fälschungen, die .... zeigte. In Gips sitzende Aragonit-Drillinge bis zu mehreren Zentimetern Länge wurden hier offensichtlich in Kupfersulfatlösung eingelegt, woduirch die Aragonite eine türkisartige Färbung angenommen haben, der Gips der Matrix jedoch unbeeinflusst blieb. Die Stücke sehen interessant und recht attraktiv aus."
Leider ist kein Bild vorhanden.
Im November hatte ich auf einer Börse solch ein Stück in der Hand. da der Verkäufer jedoch keine Angabe zum Fundort machen konnte/wollte, habe ich es nicht gekauft :-)

ich gebe allerdings uwe recht: das stück um welches es hier eingangs ging ist anders und ich halte die hypothese, dass sich hier über eine längere zeit in feuchter umgebung irgend ein sekundäres kupfermineral gebildet hat durchaus für möglich.
udo

Offline giantcrystal

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #21 am: 02 Feb 09, 13:38 »
@ Prehnit100 : Danke

Hab noch etwas gefunden : http://www.the-vug.com/vug/vugfakes.html

Auf der Seite runtergehen bis "Malachite Pseudomorph after Glauberite"  da ist das Verfahren auch noch mal beschrieben

Glück Auf

Thomas


Offline uwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #22 am: 02 Feb 09, 18:45 »
Die in diesem (wirklich sehr interessanten) site abgebildeten Stufen sehen, zumindest auf dem Bild, der fraglichen Stufe sehr ähnlich. Allerdings sind hier die Matrix Glaubertitkristalle, welche durch Calzit verdrängt sind. Es wärre nun zu untersuchen, ob die Kristalle der fraglichen Stufe trigonal (Calzit) oder monoklin (Glaubertit) sind. Außerdem sollte in dem beschriebenen Fall Malachit pseudomorph nach Glaukonit dargestellt werden. Das ist in der fraglichen Stufe so allerdings nicht der Fall. Außerdem passen die Gipskristalle nicht in das Muster der beschriebenen Fälschung.

Mir ist es persönlich natürlich egal, ob es sich bei der fraglichen Stufe um eine Fälschung handelt oder nicht. Ich halte diese nur nicht für eine solche, sondern um eine Sekundärbildung.

Thomas, mein Dank für den interessanten link.

Uwe


Offline minuwe

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #23 am: 02 Feb 09, 21:34 »
Das Bild der Vergrößerung IMG_0469.jpg sagt mir: sekundäre Mineralbildung. Wenn hier mit einer Lösung künstlich gearbeitet worden wäre, würde die Schicht nicht mit solchen Lücken durchsetzt sondern durchgehend sein, weil die Lösung von Anfang an auf der gesamten Fläche wirkt. Die fragliche Stufe sieht aber so aus, als seien von Keimstellen aus in feuchter Umgebung allmählich Kristallaggregate gewachsen. Auch die aufliegenden vermuteten Gipskristalle stützen das. Um welches Mineral es sich handelt, ist schwer zu sagen, es kann sich auch um ein Nickelmineral handeln. Malachit wäre künstlich so nicht zu erzeugen.

Die oben angesprochenen Fälschungen mit Kupfersulfatlösung haben im Ergebnis eine "türkise Farbe", davon kann hier nicht die Rede sein. Allerdings lassen sich beim Fälschen mit verschiedenen Lösungszusammensetzungen verschiedene Färbungen erzielen.

Eine Stiege mit Stücken hatte ich mal in einem Raum mit feuchten Grundmauern ca. 10 Jahre "vergessen". Die Calcite darin wurden von einem ebenfalls darin liegenden Morenosit (Nickelsulfat) grün gefärbt, und nur der Calcit.

Bin auch der Meinung: Bildung in feuchtem Mileau, vermutlich im Stollen, für eine Haldenbildung ist mir das Stück zu unverkratzt.

Gruß
Uwe

Offline Goldi85

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #24 am: 02 Feb 09, 21:56 »
Hallo,

mal eine andere Frage zu dem Stück: Kommt der wirklich von Tsumeb? Ich habe nun mal einige Calcie von dort verglichen und mehr oder weniger alle waren Rhomboeder. Skalenoeder gibts z.B. bei mindat nur auf 4 Stufen und die sind eher "winzig". Kenne mich mit der Fundstelle nicht besonders gut aus, aber das fand ich auffällig. Oder ist das weniger ungeöhnlich?

Gruß  Daniel

Offline Matthes

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Re: Das dritte der drei ??? Dieses mal aus Tsumeb
« Antwort #25 am: 02 Feb 09, 22:56 »
Hallo,
Calcit gibt es in den verschiedensten Formen, Farben, und auch Größen.
Meine größten Skalenoeder sind 3-4cm groß und gesehen habe ich schon Tsumeb - Stufen mit ca. 15cm langen Skalenoedern.

Gruß
Matthes

 

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