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Autor Thema: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.  (Gelesen 103248 mal)

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Offline Krizu

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #15 am: 15 Dec 06, 21:40 »
Hallo,

nur mal meine Gedanken:
Du kennst einen Händler, dem vertraust Du. Da kenne ich einen  ;). Da kann es passieren, dass du die Sachen durchschaut, ohne auf den Preis zu achten oder zu fragen.  Die Stufen gefallen Dir, in etwa kannst Du die einschätzen und gut ist.  Am Ende wird ein Gesamtpreis genannt. Lief bei den Händlern meines Vertrauens immer gut. Wenn Du meisnt es ist zu hoch, lässt Du aber von einigen Sachen einfach die Finger.

Oder Du besucht eine Regionalbörse. Bei der letzten gab es zwei Händler bei denen ich gekauft habe. Keine Topstufen, aber schöne. Der Preis war voll i.O. Ich habe mit einem noch etwas über die Entwicklung der lokalen Fundstellen und den "Bombentrichtern" dort gesprochen. War schön war gut - Kind durfte noch einen Achat aussuchen. Das Jahr davor habe ich dort bei dem Händler  eine Schwefelstufe gekauft. Preis war immer i.O.

Die Börse davor war eine Grössere:
Durchgehen, an der Esotherik vorbei und suchen.
- alle Wachstumsformen vom Pyrit aus der Grabbelkiste 0,5Euro
- wirklich grosser, schön kristallisierter Granat in Matrix 2Euro
- Rutil mit guten Stirnflächen in hübscher Dose 4Euro

Klar, einige Stufen aus erloschen Fundstellen zu hohen Preisen (>100 Euro) aber dann waren das echte Hingucker.
Also ich beklage mich nicht.  :-X

Sorry Leute - aber es gilt wirklich Angebot und Nachfrage. Ich möchte nicht das Händlerrisiko auf mich nehmen. Dann würde ich lieber Trommelsteine verkaufen und mit meinen beiden Buchstaben und dem Punkt das Geld abschöpfen.

BTW zum Preis:
Hätte noch einen K(Ta,NB)O3, synthetisch, dotiert mit Rhodium. ca 1cm3. Wert eines kleinen Stückes (2mm*3mm*4mm) war zum Zeitpunkt der Synthese in etwa 10.000DM. War/ist auf dem Weltmarkt echt kaum zu kriegen. Würde den ganzen für 20.000 Euro verticken.  Die Charge, 3 Kristalle insgesamt, ist komplett charaktierisiert inkl. Ladungstransport und Elektrooptik und Temperverhalten.

Was ich damit sagen will:
Was soll eigentlich die Diskussion? Zu teuer=nicht kaufen. Haben wollen = zahlen.

Mfg

Frank




Offline Galenit

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #16 am: 15 Dec 06, 22:38 »
Liebe Leute!

Ihr kommt doch eigentlich immer alle zum selben Ergebnis:

So lange wie Menschen die Stufen kaufen, sind die Preise ok. Es gibt keine zu teuren Preise, das ist alles subjektiv. Und für wen es persöhnlich zu teuer ist, der muss sich umsehen, es gibt immer Alternativen.

Lasst uns doch damit dieses Thema hier beschließen, bisher ist es noch nicht eskaliert.... ich sehe es aber kommen.

Offline uwe

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #17 am: 16 Dec 06, 13:13 »
Die Gefahr, daß dieser thread eskaliert ist tatsächlich sehr hoch, da hier die Meinungen beiden "Endglieder der Sammlermischungsreihe" aufeinander prallen. Ein Endglied sind die "Nur-lokal-Sammler" das ander die "Nur-Käufer". Klar ist die Sammlung der Nur-Käufer in der Vitrine attraktiver - das ist aber wirklich ein sehr elitäres Hobby was für einen Normalverdiener eben nicht möglich ist. Zum anderen ist das selbst Sammlen auf lokalen Fundpunkten ein Hobby welches sich auch Harz-4-Bezieher leisten können. Beides sind mit Fug und Recht Mineraliensammler, aber dazwischen liegen Welten. Unser Hobby ist nun mal sehr breit gefächert. Man muß sich in jedem Fall klar sein zu welcher Sammlergruppe man gehört. Beides kann viel Freuede bringen.

Glück Auf
Uwe

Offline giantcrystal

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #18 am: 16 Dec 06, 14:37 »
In diesem Sinne : Ich finde : Ein gutes Schlußwort...

und plädiere für ein Ende der Debatte

Glück Auf

Thomas

Offline loparit

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #19 am: 16 Dec 06, 20:12 »
Hallo,

kann dem nicht zustimmen mit dem Ende der Debatte!

Ich werfe hier einfach mal ein Beispiel in den Raum.
Stufe eingekauft für 12.000,00 DM und weiterverkauft für 160.000 DM

Ja Ihr lest richtig und nun versucht mir mal zu erklären, wieviel Steuern der Händler oder Pseudohändler da wohl bezahlen muß.
Klar ist das nichts für den Otto-Normalverbraucher oder Verdiener. Doch viele solche Beispiele im kleineren Stil könnte ich euch nennen zum Teil mit Namen von Händlern, was ich bewußt nicht tue.

Hoffe das war nicht zu streng und wird nicht wieder gleich gelöscht.

Gruß Loparit

MM-Bär

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #20 am: 16 Dec 06, 21:16 »
Moin Folks,

ich halte mich mal ganz dezent raus  :-X  8) Meine Einstellung ist meinem Profil zu entnehmen  ;)

Hinweis: Wenn Mineralien verderbliche Waren wären, dann sieht die ganze (Preis-)Situation auf dem Markt (und die Diskussion hier) etwas anders aus ...

@loparirt: Steuern? Igitt. Solche Deals laufen i.d.R. am Fiskus vorbei ...  :-[

MM-Bär

Offline Bergmeister

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #21 am: 16 Dec 06, 21:59 »
Für 12.000 DM gekauft und für 160.000 DM an den Mann, äh an den Dummen gebracht? Soso... Man sollte hier weniger diese vermeintlich unverschämten Händler anprangern sondern vielmehr die grenzenlos Dummen, äh Käufer, kritisieren  ;D. Wer hier abgezockt wird dem sitzt das Geld doch eh viel lockerer. Soll ich die Damen und Herren im Hochpreisklientel am Ende etwa noch bedauern?

Bergmeister

Offline loparit

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #22 am: 16 Dec 06, 22:31 »
@Bergmeister

Nein brauchst Du nicht, ganz bestimmt nicht.
Doch genauso so geht es im kleinen.
Ein Teil das für 5 Euro eingekauft wird braucht keine 50 Euro zu kosten.
Natürlich müssen Händler die Steuern etc. bezahlen mehr für die Stücke verlangen und es gibt genügend Händler die auch noch vernüftige Preise haben, aber es  gibt eben auch verdammt viele die die Preisgestaltung ganu so machen wie ich es hier schreibe. Und eines ist sicher Stücke für 150000DM lassen sich nicht so häufig verkaufen wie Stücke für 50 Euro.
Und nun sage mir mal wer abgezockt wird ? Denn es spielt keine Rolle was ein Teil kostet sondern es spielt eine Rolle was jemand daran verdienen will, wenn es ums abzocken geht.

Gruß loparit

Offline TT-PP

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #23 am: 16 Dec 06, 22:53 »
Hallo,
also ich kann den vorherigen Beiträgen nur zustimmen. Wenn sich die Leute abzocken lassen und derart horrende Preise für Mineralien zahlen, dann können sie es sich leisten, oder sind "dumm". Denn so lange es jemanden gibt, der so viel Geld ausgeben kann werden es viele Händler versuchen, oder nicht???

Und: Jeder Mensch versucht so viel Geld wie möglich zu verdienen und mit Sicherheit werden auf der Welt nicht nur Geschäfte gemacht, welche für Käufer und Verkäufer gerecht sind.
Fazit:
Ich denke jeder Sammler entwickelt in seinem Kopf eine eigene Vorstellung was ein "fairer" Preis ist.

Gruß
peter paul

Offline Hg

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #24 am: 16 Dec 06, 23:38 »
Hallo,
ich verstehe echt nicht wofür diese ganze Aufregung gut sein soll.
Wenn mir ein Stück gefällt und der Preis für mich akzeptabel ist, kaufe ich auch die Stufe. Übersteigt der Preis mein persönliches Limit, dann lass ich eben die Finger davon.
Die Preise richten sich nunmal nach dem viel zitierten Prinzip der freien Markwirtschaft.......Angebot und Nachfrage.
Es gibt nunmal Sammler, die für bestimmte Stufen so gut wie alles bezahlen. Aber es bringt meiner Meinung nach immer gleich auf die Händler zu schimpfen. Die wollen auch überleben und über die Runden kommen. Die ganze Aufregerei ist völlig nutzlos  ;)
schönen Abend noch
Andreas

Offline loparit

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #25 am: 17 Dec 06, 00:06 »
Aber geht es nicht darum, dass wir diskutieren ob die Mineralien zu teuer sind ?

Klar, kann ja jeder kaufen wie es sein Geldbeutel zuläßt. Doch auch darum geht es doch eigentlich nicht in dieser Diskussion!

Wenn in der Kneipe nebenan das Glas Bier um 20 cent teurer wird regt sich doch auch jeder auf. Und dabei verdienst der Wirt mit Sicherheit nicht 500-1000 % an einem Glas Bier. Und keiner kommt auf die Idee zu sagen, wenn du dir dass nicht erlauben kannst, trink doch kein Bier oder geh noch nebenbei arbeiten.

Warum passt das bei den Mineralien oder allem was gesammelt wird nicht mehr ? Nur weil es Leute gibt, die nicht aufs Geld schauen müssen. Die Leute kaufen aber kein durchschnittsmaterial im Preissegment von 20-200 Euro. Denn die haben Geld und kaufen gute TOP-Qualität für viel Geld. aber das ist doch nicht die Mehrheit. Nein die Mehrheit sind doch die normalen Sammler, die auf den Börsen sich ärgern, weil die Preise der Stücke einfach zu hoch sind.

Nun ist es natürlich nicht so, dass alle Händler die großen Geldverdiener sind, bitte nicht falsch verstehen. Aber wenn man sieht, wie auf einer Börse von einem Händler oder auch Pseudohändler, ein Teil für 50 Euro eingekauft wird und dann das Teil am eigenen Stand für 200 Euro angeboten wird ist das doch nicht in Ordnung. Denn der Sammler der nicht vorher vor Eröffnung Zutritt zur  Börse hat, kann das Teil nicht für 50 Euro kaufen, weil es schon weg ist. Wobei da der Gewinn ja noch bei 300 % liegt.

Stücke im Preissegment von 15 euro (Verkauf) liegen oft bei 1-2 Euro im Einkauf und nun rechnet doch mal da die Gewinnspanne. Und hier sind wir genau bei den Stücken die sehr viele Leute kaufen, weil sie Denken dass die ja noch vom Preis her ok sind.  ;D ;D

gruß loparit


Offline Ralf

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #26 am: 17 Dec 06, 10:08 »
Als hauptberuflicher Händler finde ich diese Diskussion sehr interessant, sofern sie dann weiter sachlich bleibt. Warum soll man sich als Käufer nicht über vermeintlich oder tatsächlich hohe Preise aufregen ? Tun wir das im täglichen Leben nicht alle ?
Natürlich muss man dabei bedenken, dass wir hier nicht über die Kosten für das tägliche Leben diskutieren. Schließlich ist niemand gezwungen, sich Mineralien zu kaufen. Im Gegensatz zu Benzin, Kleidung oder Nahrungsmitteln.
Wir diskutieren hier über Steine, die keiner von uns wirklich zum Leben braucht. Wenn sich also jemand über zu hohe Preise aufregt ist der Ausgangspunkt das " habenwollen " , was  nicht immer mit dem " kaufenkönnen " im Einklang steht.
Das ist bei Mineralien nicht anders als bei Autos, Häusern, Klamotten usw.
Nun kann man ja unbedarft eine Form von Neid unterstellen. Neid auf denjenigen, der sich ein teures Stück kaufen kann, weil er halt besser verdient. Projeziert wird dieser Neid dann auf den Händler. Ihm unterstellt man unlauteres Handeln. Schließlich könnte man sich ein bestimmtes Stück ja auch leisten, wenn der Händler nicht so unverschämt viel Geld verdienen wollte. Bleiben wir mal bei Loparits 12.000€ Beispiel. Eingekauft für 12.000 €, verkauft für 160.000 €.
Nur mal angenommen, besagter Händler hätte das Stück für 13.000€ angeboten, um wie viel größer wäre die potentielle Käuferschicht geworden ? Oder anders gefragt, wer von uns hätte sich diese Stufe für 13.000 € gekauft ?

Eine andere Frage, die sich mir aufdrängt ist folgende.

In vielen Branchen liegt die Gewinnspanne unter 10 %. Nehmen wir einfach an, die hier diskutierten Gewinnspannen von mehreren 100% wären realistisch. Dann verstehe ich wirklich nicht, warum einige von Euch nicht sofort Ihren Job an den Nagel hängen und sich im Mineralienhandel selbstständig machen. Wenn Ihr dann Eure Stücke  " nur " mit 100% Aufschlag verkauft, habt Ihr einen sagenhaften Preisvorteil und in kürzester Zeit riesige Marktanteile gewonnen. Dann tut Euch nix mehr weh. Immer vorausgesetzt, die angenommenen Spannen sind real.
Irgendwo muss da doch ein Haken sein. Die Menschen sind doch nicht blöd. Wo immer es heute was zu verdienen gibt, finden sich in kürzester Zeit jede Menge Leute, die etwas von dem Kuchen abhaben wollen. Die Zahl der Händler müsste eigentlich steigen, das Angebot größer werden und somit die Preise drücken. Schließlich unterliegt der Handel mit Mineralien den gleichen Marktgesetzten wie jede andere Branche. Seltsamerweise ist die Tendenz genau andersrum.
Oder nehmt die großen Börsen in München oder Hamburg. Alles stöhnt über die hohen Preise. Schaut man aber z.B. die Stände der Chinesen an, so findet man oft diese Grabbeltabletts. Jedes Stück 5.-€ oder so. Da sind manchmal echte Kleinode dabei. Nur kaufen tut sie keiner. Man muss sich die Stücke halt genau ansehen und auch mal aufnehmen und rumdrehen. Was ist aber, alles starrt wie das Kaninchen auf die Schlange auf die völlig überteuerten Stufen auf dem Tisch.
Der " alles ist zu teuer " Mentalität steht die " was nix kostet ist auch nix  " direkt gegenüber.

Aber egal, betrachten wir doch auch einmal andere Kriterien die die Preise beeinflussen. Das eine Stufe, die früher 10 DM gekostet hat, heute 10 € kostet ist wohl keinem entgangen. Eine simple Verdopplung des Preises nur durch eine Währungsumstellung. Das fließt natürlich dem Händler in die Tasche. Tut es das ? Schön wär´s, denn so wie die Endpreise haben sich auch die Kosten entwickelt. Oder der Einkauf an sich. Vor 5 oder 6 Jahren konnte man als Händler einem Marokkaner seinen ganzen Bestand einer bestimmten Sorte abkaufen und bekam dafür einen sehr guten Preis. Der fuhr dann nach Marokko und holte neue Ware. Und heute ? Heute haben die meissten ein Lager in Deutschland oder Frankreich. Sie verkaufen lieber einzeln an Endkäufer als im Lot an Händler. Die Preisnachlässe an Händler sind oft so gering, dass man mit der Ware nichts mehr verdienen kann. Es sei denn, man schafft es sie wesentlich teurer zu verkaufen als die Marokkaner selbst. Das wird jedoch kaum gelingen.
Bei den Chinesen ist´s das Gleiche. Also fährt man halt selbst in diese Länder und kauft direkt beim Miner oder Finder. Leider sind auch die nicht mehr völlig unbedarft und auch hier sind die Preise in den letzten Jahren gewaltig angestiegen. In manchen Gegenden ist inzwischen eine richtige Mafia entstanden und man kann gar nicht mehr direkt beim Finder kaufen, sondern nur noch beim " Zwischenhändler ". Hinzu kommen Reisekosten., Transportkosten, ein hohes Risiko, dass die Ware überhaupt, bzw.die, die man gekauft hat, bzw. diese unbeschädigt nach Hause kommt.
Weiter muss man, um einen guten Preis zu bekommen, in der Regel größere Mengen abnehmen. Diese setzt sich aus den unterschiedlichsten Qualitäten zusammen. Eine echte Superstufe wird selten dabei sein, denn die Jungs sind auch nicht blöd und haben vorher schon selektiert. Also kauft man zwangsweise auch Ramsch mit, der quasi unverkäuflich ist.

 ( @ Loparit, kannst Du mir bitte die Adresse geben, wo ich verkaufbare15.-€ Stufen für 1-2 € kaufen kann. Ich beteilige Dich mit 50 % am Gewinn ) :D

Das Mineralien heute wesentlich teurer sind als noch vor einigen Jahren ist absolut unstrittig. Das gilt für den Einkauf genauso wie für den Verkauf. Das manche Händler mit Horrorpreisen auf einen Käufer warten auch. Aber auch das war schon immer so.
Nun möchte ich hier nicht den Eindruck erwecken, das alle Händler am Hungertuch zu nagen. Es ist aber auch bei weitem nicht so, dass die Mehrheit Händler das Geld mit bloßen Händen scheffeln. Man muss heute ganz schön strampeln um sein Geschäft so zu führen, dass am Monatsende was übrig bleibt. 
Überleben kann man langfristig nur, wenn Qualität, Service und Preis in einem akzeptablen Gleichgewicht sind. Man ist darauf angewiesen, dass ausreichend Kunden zufrieden sind und wiederkommen. Und man kann es natürlich nicht allen recht machen.

In so fern ist die Diskussion, dass alles teurer wird bzw. manches für manchen zu teuer ist durchaus berechtigt. Aber das liegt in der Regel nicht am Händler, sondern ist Bestandteil der allgemeinen Entwicklung.

Ralf

Offline Chris18

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #27 am: 17 Dec 06, 10:25 »
Wie wird mir noch in der Berufschule vor kurzem gesagt:

Bedürfnis + Geld = Bedarf + Kaufwille = Nachfrage


Wenn kein Markt da wäre für solche Preise, würde es sie auch nicht geben!
Jeder Kaufmann verkauft seine Ware zu dem ihn bestbringenden Preis.
Und mal ehrlich: solange er die Ware für den Preis losbekommt, würde es doch jeder
so machen.

MFG Chris

Offline loparit

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #28 am: 17 Dec 06, 12:43 »
Ja und wieder sind wir bei der einfachen Aussage, solange er die Ware für den Preis losbekommt, soll er verkaufen.
Genau das geschieht oder geschieht nicht.

"Ralf" hat es ja beschrieben, dass es Händler gibt, die mal gerade so über die Runden kommen, weil Sie eben nicht so viel verkaufen.

Ralf ich habe in St.Marie aux Mine einem Händler auf Anhieb alles abgekauft was er dabei hatte. Da lag der Preis von jedem Stück bei 2,5 Euro, die Investition lag dann natürlich auch entsprechend hoch. Und dann muß man natürlich kalkulieren dass man alles so verkauft, dass die Preise stimmen. Ich hatte die Teile innerhalb von 6 Monaten alle verkauft.
Wenn ich nach Rumänien fahre kaufe ich teilweise direkt bei den Minenarbeitern, und da liegen die Preise wenn man größere Mengen kauft auch nicht höher und ich nehme Dich auch gerne mal mit wenn du interesse hast. Ich fahre über Silvester wieder für 14 Tage nach Rumänien. Wenn ich in St.Marie aux Mine als Händler Lots kaufe sind die Preise durchaus auch vertretbar.
Ich war mehrfach in Indien und hatte dort eingekauft, die Teile so kalkuliert, dass ich wieder einkaufen, die Reisekosten und meine Sammlungstücke draus hatte. Die Stücke waren ruckzuck verkauft, ohne auf Börsen einen Stand zu machen. Natürlich muß ein Händler der davon lebt anders kalkulieren und kann die Teile nicht so preiswert verkaufen.  Und dass es dann schwierig wird ist mir auch klar.

Um nochmals auf das Beispiel mit der Stufe für 12000 DM nicht Euro zu kommen. Ich habe doch nicht gesagt, dass er das Teil für 13000 DM verkaufen sollte. Wenn er es für 24000 DM verkauft hätte (100%) würde ich nichts sagen und er hätte es sicherlich ohne großen Aufwand direkt verkaufen können. Klar wenn dann ein Dummer kommt und ihm 160000 DM dafür gibt, wäre er ja blöde, wenn er es nicht nehmen würde. Aber ich hätte dabei ein schlechtes Gewissen! Ich käme gar nicht auf den Gedanken so viel dafür zu verlangen. Aber das Teil in die Vitrine zu stellen und den Preis von 160000 dranzuschreiben ist schon mehr als unverschämt. Und das hat bei mir überhaupt nichts mit Neid oder so etwas zu tun. Es geht ganz einfach darum, dass ich es nicht leiden kann, wenn jemand versucht die Leute über den Tisch zu Ziehen.  Ich selbst hatte in Rumänien schon mehrfach die Situation, dass ich eine komplette Sammlung angeboten bekommen habe. So wollte mir eine Frau mal einen ganze Vitrine mit ausgesuchten Stücken für 6000 Euro verkaufen. Als ich sagte, dass das zu teuer sei, hat sie versucht mir 15 Minuten lang klar zu machen, dass der Preis gerechtfertig ist. Nachdem ich nein sagte und dass das hat keinen Wert, hat sie gefragt, was ich denn dafür bezahlen würde. Ich sagte max. 1500 Euro. Als ich dann gehen wollte, hat Sie zugesagt und wollte mir die Stücke für 1500 Euro verkaufen. Ich habe Ihr dann ganz klar gesagt, dass ich die Stücke nicht kaufe, weil Sie am Anfang einen so unverschämten Preis verlangt hat. Von 6000 Euro auf 1500 Euro herunter. Und glaube nur nicht, dass sie dann nichts mehr verdient hätte. Aber auch das Gegenteil hatte ich schon. In Cavnic hat mir ein Minenarbeiter Mineralien angeboten, die lagen unter 2 Euro das Stück (im ganzen Lot) und da habe ich gesagt, dass ich ihm mehr bezahle, weil die Stücke mehr Wert sind. Er sagte nur dass hätte er noch nicht erlebt.

Zu dem Thema, wer kauft denn Stücke die so teuer sind, kann ich Dir nur sagen, dass ich Händler kenne, die nicht genügend Stufen in entsprechender Qualität bekommen wie sie verkaufen könnten, wohlgemerkt in der Preisklasse ab 5000 Euro aufwärts bei historischen Stücken.

Aber ich Denke bei dieser Diskussion, es geht vom Prinzip her darum, dass Mineralien einfach zu teuer geworden sind. Ich sage nicht, dass alle Händler hier soviel daran verdienen und dass das ganz alleine deren Schuld ist.
Aber einfach zu sagen, wenn das zu teuer ist kaufe ich nichts mehr, ist doch auch nicht in Ordnung. Denn das tun ja schon viele und die wenigen Händler die ohne große Aufschläge versuchen die Mineralien zu verkaufen, kommen nicht mehr klar, da viele Sammler einfach nicht mehr auf die Börsen fahren. Und irgendwann erreicht man als Sammler den Punkt, wo man sagt, OK eigentlich müßte ich mir mal noch das und das Teil kaufen, da ich die Stücke einfach nicht selber finden kann. Und nicht jeder ist in der Lage nach Rumänien, Indien oder was weiß ich wohin zu fahren um so preiswert wie möglich einzukaufen.
In einem Hast du wirklich Recht, nämlich damit, dass wenn Qualität, Service und Preis in einem akzeptablen Gleichgewicht sind, ein Händler wohl auch keine Probleme hat zu verkaufen. Aber dieser Gleichgewicht stimmt bei vielen einfach nicht mehr. Und wo ich ganz gezielt hinwill in dieser Diskussion ist der Punkt, dass Stücke für 30 bis 60 Euro angeboten werden die einfach um ein vielfaches zu teuer sind. Einzige Ausnahme die ich akzeptieren würde, wäre dass die Händler einfach zu teuer eingekauft haben und nicht mehr anders können. Aber wenn ich ehrlich bin kann ich mir das nicht vorstellen, dass das bei so vielen der Fall ist. Es kommt sicherlich mal vor dass man zu teuer einkauft, aber dass das jeder tut, kann ich einfach nicht glauben.

Gruß loparit
 
« Letzte Änderung: 17 Dec 06, 15:34 von loparit »

Offline UlrichW

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Re: Mineralienpreise. Oftmals viel zu hoch.
« Antwort #29 am: 18 Dec 06, 00:10 »
Hallo Zusammen,

ich glaube worum es in der Diskussion geht, ist gar nicht der Preis der bei einem "richtigen" Händler gefordert wird, sondern die Wahnsinnspreise die von Trittbrettfahrern der Szene gefordert werden. Ein richtiger, guter Händler der alten Schule, will verdienen und setzt dafür auch seine Erfahrung und sein Wissen ein. Resultat sind Stufen, die nicht billig aber preislich ordentlich eingestuft sind. Der Händler will das ich wieder komme und kann sich also überzogene Preise nicht leisten.

Was mich viel viel mehr ankotzt, ist die Rattenbande, die sich ein Kistchen Ramsch in St.Marie anschaffen, oder weil sie zu blöd sind die Reste völlig überteuert aufkaufen, 50Euro an jedes Stück drankleben und mir dann auf der Börse irrwitzige Theorien über den Seltenheitsgrad, die Strahlung oder sonstwas erzählen und ich mir beim Kauf auch eines der aufwendig gemachten Ramschketten aussuchen darf. Die wollen mal eben schnell eine Safari verdienen oder so was! Und dann noch damit prahlen, daß sie 2000% gewinn bei dem Stück gemacht haben, da fliegen manchmal verbal die Fäuste, das kann ich garantieren.Schaue ich ins Internet, finde tausende Nebenverdiensthändler, die für sehr mittelmäßige Massenware, um es höflich auszudrücken,  Preise wie in der Oberklasse verlangen. Alles mit der Kalkulation: Es findes sich schon genug Dumme um sowas zu kaufen. Da werden Kleinstufen angeboten.. da schmeiss ich besseres Material weg! Und das mit markigen Sprüchen. Offensichtlich gibt es doch eine größere Gemeinde von Interessierten, die sonst nirgendwo auftauchen und sich da versorgen.

Das Problem dabei ist, daß sich Sammler ohne große "Erfahrung" genau an den "Trittbrettratten" orientieren ohne zu wissen wie das Geschäft wirklich abläuft.

Oder anders ausgedrückt: Der Markt rechnet mit den "Dummen". Beispiel gefällig: St.Marie: Ein Händler bot Malachite aus Shaba an. Die Stufen, durchwegs Handgroß waren unbeschädigt und von durchweg guter Qualität. Stück 12.50Euro für eine nierig ausgebildete ca. 500g. schwere Malachitstufe finde ich nicht teuer. Offensichtlich aber alle vorbeilaufenden Leute. Ich habe an dem Tag drei Verhhandlungen gelauscht, wo wesentlich unschönere Stücke für nicht weniger als 150 Taler über den Tisch wanderten...einmal sogar zwei Zelte weiter. Zuhause sagte ein Kumpel zu mir: Boooh, wo haste die denn her? St.Marie! Nee, wirklich? Der [entfernt] sass gegenüber dem Zelt und hat Cola gesoffen!

Mineralien sind nicht wirklich so viel teurer geworden. Was uns das Hobby teuer macht, ist die Dummheit der Sammler. Dortmund, Herbstbörse...eine Katastrophe. Nicht für mich. Handtellergroße Paravauxitstufen für 5-10 Euro mit bis zu 1cm großen Sigloiten, eine Top-Kleinstufe mit Schumacherit/Pucherit aus dem Erzgebirge für 20Euro (nicht billig aber extrem schön!) und und und. Geduld ist das Zauberwort, ich suche eine Paravauxit-Kleinstufe schon seit gut 10Jahren, jetzt hab ich 10 zum Preis von einer Viertel. In Bergisch-Gladbach bin ich über den ersten Händler nicht hinausgekommen. Ruhrgebietsmineralien zum guten fairen Preis. 20 Top-Kleinstufen und eine kindskopfgroße Markasit-Stufe von Zeche Friedrich-der-Große für 100 Euro.  Ich könnte noch stundenlang "Erfolge" der Börsengänge zitieren, im Endeffekt gehe ich immer Pleite nach Hause. Es gibt noch sehr viele echte Händler mit faieren Preisen und Sammler die zu Sammlerpreisen abgeben. Und den Trittbrettratten und Möchtegern-Wichtigtuern den sage ich am Stand was ich von ihnen halte...und das ist nicht immer druckreif! 

Und Internet...kannste knicken!

Wir alle, die schon sehr lange sammeln, haben eine innere Erfahrung was Stufen inetwa kosten dürfen. Da gehen Seltenheit, Zahl der gefunden Stufen usw. mit ein. Wer deutlich mehr verlangt als es diese Erfahrung sagt, dem sollte man es sagen, zuerst freundlich und dann.... Wir brauchen diese Trittbrettfahrer nicht, wir brauchen faire Händler und Sammler. Und wir sollten bedenken: In Zukunft werden immer mehr Sammlungen wieder zurück in den Markt fliessen, das merkt man teilweise schon jetzt. Noch nie habe ich soviel altes klassisches Siegerland und Harz-Material gesehen wie in dem vergangenen Jahr.

Also nicht jammern. Lasst die Geldscheffler bankrott gehen und schaut Euch um: Es gibt warlich genug Mineralien, preiswert und schön!

So, das war mein Statement
Ulrich

 

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