Glück Auf!
Den Bilddarstellungen nach zu urteilen, scheint es sich um eine
Chalcedonmandel zu handeln, wie sie zum Beispiel in
Basalt/
Diabas/
Melaphyr-
Gesteinen als Füllung ehemaliger
Blasenhohlräume zu finden sind. Der Chalcedon ist dabei häufig nicht alleiniges Füllmaterial so eines Hohlraums. Eine Vielzahl anderer
Minerale können ebenfalls darin vorkommen. Die Vielzahl an Mineralien in einem Hohlraum kann man als
Paragenese zusammenfassen, wobei die Minerale in einer Paragenesabfolge zeitgleich, zeitlich überschneidend, oder nacheinander in Erscheinung treten, in
Pseudomorphosen umgewandelt werden, oder auch wieder aufgelöst werden. Je nach Platzangebot und chemischen bzw. thermodynamischen Gleichgewichten bilden die Minerale ihre
idiomorphe Gestalt (Eigengestalt) oder eine
xenomorphe Gestalt (Fremdgestalt) aus. Zum Schluss kommt noch die Beständigkeit gegen
Verwitterung, die maßgeblich darüber bestimmt, was am gefundenen Stein noch dran ist und zu erkennen ist. Die an dem Fundstück zu beobachtenen konkaven Konturen sind Negative von Mineralbildungen, die an dem Stein nicht mehr erhalten sind. Nur die Negative weisen auf ihre einstige Anwesenheit hin. Die Negative an sich sind xenomorphe Formen das Chalcedons. Als Parageneseminerale zum Chalcedon lassen sich hier beispielhaft
Karbonate, allen voran
Calcit, außerdem
Zeolithe und eine Reihe makroskopisch kaum Kristallformen annehmender Schichtsilikate wie
Delessit oder
Seladonit nennen.
Herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Fund. Solche Funde sollten auf Usedom eher die Ausnahme sein und stellen somit aufhebenswerte Raritäten dar.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut